VEAG: Die Elektrische Wiedervereinigung Deutschlands

 

Braun_Helmut_Kohle
Photo: Braun(Helmut)Kohle. © DPA. Tagesspiegel 2014.

by Alfio Cerami 19 July 2020

Veag war der größte Stromerzeuger und Übertragungsnetzbetreiber in Ostdeutschland. Die gesamte Kraftwerkleistung, die die 4 Braunkhole Turbinen produzierten, war von 8.576 Megawatt (Fußnote 1) (wahrscheinlich viel !?).

Die VEAG (Fußnote 2) wurde 1990 gegründet und war die Rechtsnachfolgerin der ehemaligen DDR-Kombinate „Braunkohlenkraftwerke“ und Verbundnetzenergie“. Die Privatisierung erfolgte am 6. September 1994 mit den Unternehmen Bayern Ag, Preussen Elektra, RWE Energie AG, EBH Energiebeteiligungsholding GmbH, Energie-Versorgung Schweben AG, Hamburgische Elektrizitäts-Werke AG und VEW Energie AG durch die Treuhandanstalts Privatisierungsprozess. Diese Firmen bildeten ein Konsortium. In die Realität waren die Unternehmen Preußen Elektra AG, RWE Energie AG, Bayern AG und EBH Energiebeteiligungsholding GmbH die realen Anteilseigner der VEAG.

Am 13. September 1995 um 9.31 Uhr wurde das VEAG-NETZ von seinen östlichen Verbundpartnern (Tschechien, Polen, Slowakei, Ungarn, und Albanien) getrennt und um 9:34 Uhr mit den Frequenzen des UCPTE-SYSTEM synchronisiert (Fußnote 3). Im Jahr 2000, im osteuropäische Verbundsystem (VES Fußnote 4) verbleibten nur in Rußland, Weißrussland, Ukraine, Moldawien, Baltischer Länder, Bulgarien und Rumänien. Bei Gründung von VEAG gab es 30000 Arbeitsplätze. Im Jahr 1998 bleibten wegen Restrukturierung 7000 und waren im Jahr 1997 8.163, 9230 im Jahr 1996 und 10935 im Jahr 1995. Die Investitionen waren von 2.449 Mio. DM im Jahr 1995 bis auf 1.921 im Jahr 1997 gefallen, die Verluste des Jahres swaren von – 140 Mio. DM im Jahr 1995 auf – 240 Mio DM im Jahr 1997 gestiegen. Trotz dieses negativen Trends, der die Abhängigkeit dieses Unternehmen von Kapitalhilfen, Liquiditätsproblemen und Wettbewerbsunfähigkeit trotz der Reduzierung der Kosten und Arbeiter zeigte, waren ca. 200 mittleren und kleine Betriebe in der Nähe gegründet worden. Das hatte 7000 weitere Jobs produziert (fast die gleiche Arbeitskraft, wie dieses große Unternehmen!).

Ergebnis einer Recherche im Internet: um der realen Zustand von VEAG zu verstehen, wurde eine Suche im Internet durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Forschung haben das andere Gesicht dieses Unternehmen gezeigt. Die damalige Werbung der VEAG stellte dieses Unternehmen als ein ost deutsches Unternehmen dar. In der Wirklichkeit war es in den Händen von einem westdeutschen Verbundkartell: RWE (Brühl) hatte den 26,5 % der Aktien, Preussen Elektra (Hannover) den 26,5 %, Bayernwerk (München) den 22,5 %, Energie Beteiligungsholding EBH den 25 %.

Obwohl die Staaten Thüringen, Sachsen und Brandeburg vor dem Bundesverfassungsgesicht eine Beteiligung an der Veag eingeklagt hatten, wies das Gericht die Anträge zurück und so wurde die Veag von der Treuhandanstalt für 8 Mrd. DM verkauft. Unglücklicherweise ist schwierig die Motivationen des Gerichts zu erkennen, aber von der Struktur dieser vier Aktiengesellschaften (die EBH hat nur Aktien von anderen Gesellschaften) wäre es möglich zu schliessen, dass diese Unternhmen nicht die besseren Käufer waren, um die VEAG zu sanieren. Allerdings ist es klar, daß das Hauptziel dieser Unternehmen, die oftmals Atom Energie produzieren, daran liegte, die Gewinne zu steigen und nicht ein krankes Unternehmen zu sanieren. Das trifft auch auf die EBH zu, die eine klare spekulative Gesellschaft scheinte zu sein. So wäre es vielleicht nicht besser gewesen, einen Teil der Veag den drei östlichen Länder zu verkaufen, die sicherlich weniger Arbeiter im Restukturierungsprozess gekündigt hätten? Außerdem schien es auch klar, dass die Angleichung zum UCPTE-SYSTEM für die VEAG und die anderen östlichen Verbundpartner, viel Geld in die Hände der westlichen Unternehmen gebracht hätte.

Fußnoten

1. Veag web site: http://www.veag.de (accessed im Jahr 2000)
2. VEAG : Vereinigte Energiewerke Aktiengesellschaft
3. UCPTE-SYSTEM: Union pour la coordination de la production et du transport de l’electricite´
4. VES: Vereinigte Energie System

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